Grundlegendes

Spiegelreflexion tritt an allen hochglänzenden Oberflächen auf. Dabei wird der einfallende Lichtstrahl unter gleichem Winkel reflektiert (Einfallswinkel = Ausfallswinkel). Die typischen Einsatzbereiche für Spiegelreflexionen lassen sich in drei Kategorien teilen:

  • Messung der Reflexion an dicken Schichten und massiven Materialien, z.B. an Einkristallen, Kunststoffen etc.. Im Gegensatz zu Transmissionsspektren bestehen Reflexionsspektren aus zwei Komponenten: dem Brechungsindex (n) und dem Absorptionskoeffizienten (k). Je mehr das Spektrum vom Brechungsindex beeinflußt wird, desto stärker erscheint es sinusförmig verzerrt. Mit Hilfe der Kramers-Kronig Transformation läßt sich die Brechungsindexkomponente eliminieren und man erhält einwandfreie Spektren.
     
  • Reflexions-Absorptionsmessungen an absorbierenden Schichten auf stark reflektierendem Untergrund, z.B. polymere Schutzschichten auf Metalloberflächen, Charakterisierung von Epitaxieschichten etc.. Der IR-Strahl dringt in die Probe ein, wird am Untergrund reflektiert und durchwandert die Probe ein weiteres Mal. Das Ergebnis ist ein reines Tansmissionsspektrum. Typische Schichtdicken liegen im Bereich zwischen 0,5 und 20 µm.
     
  • Messung der Spiegelreflexion unter Streiflichtbedingungen an ultradünnen Schichten im Sub-Mikrobereich sowie Bestimmung von molekularen Orientierungen. Hierbei werden in der Regel zusätzlich Polarisatoren eingesetzt.